Zitadellen – Spam oder strategische Notwendigkeit?

An verschiedenen Stellen wird gerade heiß diskutiert, ob das Aufstellen von Zitadellen nicht irgendwie erschwert werden sollte. Mal ganz davon abgesehen, dass ich derselben Meinung bin, hat der Zitadellen-Spam aber tatsächlich ein historisches Vorbild….

Am Anfang war es ganz nett überall die Zitadellen entstehen zu sehen, in denen sich Spieler einrichteten. Dann, als man schliesslich herausgefunden hatte wie man so ein Ding ordentlich verteidigt, kamen die Zitadellen auch im LowSec und im Faction Warfare an, und spätestens da, habe ich sie gehasst.
Das Ziel ein System zu erobern und damit den Gegner von wichtigen Ressourcen abzuschneiden ist mit Einführung der Zitadellen irgendwie aus der Balance geraten. Selbst CCP hat das gemerkt und ändert nun die Mechaniken der Zitadellen um das Ganze etwas dynamischer zu gestalten.

Die Zitadelle als Belagerungtaktik

Zitadellen sind für angreifende Allianzen oder Corporations ein hervorragender Stützpunkt, um direkten Druck auf ein Ziel auszuüben. Die Schlacht von M-OEE8 ist hier das Paradebeispiel für diese Form der Kriegsführung.

Im Video werden die Zitadellen als Staging für die Belagerung der Keepstar genutzt. Von hier aus lassen sich Schiffe fitten, Truppe durch Klonsprung herbeiführen und was das beste ist…kostenlos reparieren, ohne die eigenen Logis in Anspruch nehmen zu müssen. Eine Rechnung, die aufging.

Zitadellen als Gebietssicherung

Historisches Vorbild für den Zitadellen-Spam ist wahrscheinlich die Bauwut im Mittelalter. Speziell am Rhein führte die zu einer gefühlten Burgendichte, hat die nirgends auf der Welt zu finden ist. Die Idee war es den Nachbarn aus der eigenen Sicherheit immer im Blick zu behalten, und so pflasterten die Kurfürsten den Rhein mit Burgen zu, optimalerweise in Sichtweite des jeweiligen Kontrahenten, der mit seiner eigenen Burg nicht nur einen wunderbaren Blick auf den Rhein hatte.
Die jeweiligen Abschnitte des Rheins wurden nämlich mit Zöllen belegt, was dazu führte, dass die Schiffe alle paar Kilometer mit offenen Geldbeutel begrüßt wurden, die Händler irgendwann zuviel bekamen und dem deutschen Kaiser die Ohren vollquengelten endlich etwas dagegen zu unternehmen. Er erhob dann seinen eigenen Handelszoll… ¯\_(ツ)_/¯

In EVE sind Zitadellen zur Sicherung des Gebietes besonders häufig im Faction Warfare anzutreffen. Besonders deutlich wurde das im vergangnen Dezember, als die Gallente Hochburg Vlillirier an den Caldari State fiel und über Nacht alle verfügbaren Assets von den sicheren Stationen in die Zitadelle verlegt wurden. Von hier aus führten wir den Widerstandskampf weiter und konnten einen Monat später unser geliebtes “Vlilli” zurückerobern.


Zitadellen-Spam hin oder her. Klar ist, dass die neuen Strukturen dringend eine Überarbeitung gebraucht haben. Wie sich die verkürzten Timer nun auf die zahlreichen “verwaisten” Strukturen auswirkten bleibt abzuwarten. Ebenso die Ankündigung einer “Purge”-Woche im HighSec. Hoffentlich entsteht dadurch kein unnötiger Stress in einem EVE Online, das momentan sehr gechillt vor sich hinplätschert.

Welche Beispiele zu RL Vergleichen mit den Zitadellen fallen Euch ein? Sind die kommenden Änderungen mit dem verkürzten Angriffsmodi interessant für Euch und eure Zitadellen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Fly safe
Jezaja

4 Gedanken zu „Zitadellen – Spam oder strategische Notwendigkeit?

  1. Ich begrüsse die Änderung an der Mechanik Größtenteils, der Low Power Modus ist vielversprechend um “Altlasten” loszuwerden, auch das die Strukturen jetzt jederzeit angreifbar sind erinnert wohl nicht zufällig an die alte POS Mechanik. Nicht ganz sicher bin ich mir bei der neuen Timer Geschichte, der Verteidiger hat die volle Kontrolle an welchem Tag zu welcher Stunde der Kampf beginnt. Das kann (muss aber nicht) in TimeZone Tanking enden und unterm Strich wurde dann auch nichts gewonnen.

    Aber ich spreche hier rein aus der Sicht eines NullSec Bewohners, das es im LowSec so heiß hergeht mit den Citas war mir gar nicht so klar. Vielen Dank für den Einblick 🙂

    • Gerade im FW sind Citas eine Plage.
      Früher musste man die Assets in ein von der eigenen Franktion besetztes System verlegen und dann den Angriff starten. Bei Verlust hatte man den Weg zum Staging hin und zurück.
      Jetzt klatscht man eine Cita hin, bringt alles hin und kann gemütlich das System angreifen.

      Wenn man das denn wollte. Es fehlt dazu aber der Grund. Die Gallente haben ein System nicht? Egal, Cita hin und schon kann man sich die Eroberung sparen – man braucht ja kein Zugrif auf die Station mehr.

      Derzeit stagniert das FW ziemlich bzw. fehlt allen die Motivation nur für den reinen “Besitz” die Systeme zu erobern. Außer der eigenen Flagge auf der Karte bieten sich im Moment im FW kaum Mehrwerte aus der Eroberung.

  2. Ich wuerde mir wuenschen, dass Zitadellen grundsaetzliche Betriebskosten haben. Aktuell ist es egal ob die Zitadelle ueberhaupt benutzt wird, der Aufwand das Ding zu zerstoeren ist der selbe. Eine ZItadelle sollte grundsaetzlich Betriebskosten haben. Kein Brennstoff fuer ein paar Tage? Nicht schlimm. Kein Brennstoff seit mehr als einer Woche? Shield HP und Armor HP gehen herunter. Kein Brennstoff seit mehr als einem Monat? …etc etc. Man kann ja wenigstens noch traeumen. Ein verlassenes POS hatte zumindest kein Schutzschild mehr, was das Bashing ein wenig erleichtert hat.

    • Da ist ein guter Gedanke. Wir müssen aber auch überlegen, wie groß das Risiko sein soll. Bei der POS gibt es nur einen begrenzten Platz um Schiffe, Module, Rohstoffe etc. zu lagern. Bei einer Zitadelle steht (meines Wissens) nach unbegrenzter Hangar-Raum zur Verfügung…

      Die neuen Timer werden glaube ich ein ordentlicher Schritt in die richtige Richtung sein.

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