Nahtod-Erfahrungen

Es gibt Tage in EVE da macht man sich schon Gedanken „wie es denn mal weitergehen soll“. Momentan stehe ich vor so einer Klippe und kann mich nicht entscheiden ob ich á la Indiana Jones den Schritt des Glaubens machen soll, oder lieber ausharre und wie ein Kaninchen listiger Fuchs die Nase aus dem Bau strecke und vorsichtig die Lage sondiere.

Es geht um meine Corporation, in der ich nun seit einem Jahr bin. Hier bin ich groß geworden und habe beim wöchentlichen Corp-Mining brav meinen Beitrag geleistet, in regelmäßigen Abständen Events organisiert und durchgeführt und war über längere Zeit als Diplomat tätig.

Ganz viele andere Dinge gibt es da noch, die ich ganz selbstverständlich für diese Corp gemacht habe, und zum Dank habe ich sogar einen Orden bekommen….AAABER

Der Corp-Tod … was kommt danach?

…und damit geht das Dilemma los. All diese tollen Dinge, die ich oben aufgeführt habe, haben nämlich einen ziemlich fiesen Nachgeschmack hinterlassen.

Das Corp-Mining
Ich bin ein Freund von festen Terminen. 1 mal in der Woche am Dienstag pünktlich um 20Uhr wurde die Retriever und später die Hulk abgedockt, um mit allen anderen gemeinsam für die Corp zu minern. Am Folge-Tag gab es dann immer tolle Eve-Mails bei der man sich mit einem „Ich war dabei“ stolz auf die Schulter klopfen konnte:

19.7.2011
Beginn: 20:30 uhr Ende: 22:30 uhr; 

Ertrag: 1,468 mio m³ ( 8,2 orcas ); 
Wert: 152,69 mio isk !
Danke an alle Beteiligten !

Doch irgendwann dehnte sich die Zeit plötzlich. Aus 20Uhr wurde 20:15Uhr bis sich mal der Erste eingeloggt hat. Als Student weiss ich: Das ist c.t. (cum tempore – „akademisches viertel“) also noch in Ordnung. Aus 20:15Uhr wurde dann irgendwie 20:30Uhr bis die Flotte im Belt stand und eines Tages waren wir dann nur noch zu zweit von ehemals 7 Hulk-Piloten. Frust!
EVE-müde? Keineswegs. Lieber wurden Missionen geflogen…

Events

Hulk-Conga um die POS herum – ein Bild aus glücklichen Tagen.

Unter dem Motto „Nichts muss, alles kann“ habe ich pro Monat ein oder 2 Events organisiert. Das waren entweder kleine Wettbewerbe oder Ausflüge in den W-Space oder ein Large Hiddenbelt oder einfach Werbung für andere Spieler-Events aus der EVE-Community.
Die ersten paar Male hat das noch geklappt. Dann sank auch hier die Beteiligung bis beim letzten Event dann genau 1 Spieler teilgenommen hat und aus Rache einen Preis im Wert von 170 Mio ISK in Empfang nehmen durfte. Natürlich bezahlt aus der Corp-Kasse. Frust!
EVE-müde? Auch hier wieder nicht. Lieber wurden Missis geflogen…oder „für sich selbst geminert“ (wtf???? siehe oben)…

Diplomat
Meta-Gaming ist wichtig in EVE und macht mir persönlich mindestens genauso viel Spass wie ein entspannter Mining-Abend in einem Belt . Als meine Corp einer Allianz beitrat, habe ich den Kontaktmann gespielt und zwischen unserem CEO und „denen“ brav den Botenjungen gespielt. Ich habe in Wurmlöchern 24h Blue-Standing ausgehandelt (siehe „Events“) und mich um die Beziehungen zu anderen Corps in unserem System gekümmert.
Vor drei Tagen sind wir wegen Inaktivität aus der Allianz gekickt worden; 6-Ohren TS-Gespräche mit Unterstützung eines ehemaligen Gründungsmitglied der Corp haben NICHTS gebracht um die Corp in irgendeiner Form wiederzubeleben bzw. wenigstens CEO und Co-CEO aus der Reserve zu locken. Das dafür sogar extra Ex-Corpler in die Bresche springen rechne ich der Person hoch an.

So…nun stehe ich an der „Klippe“ wie Indiana Jones. Soll ich den Schritt wagen oder lieber abwarten?

Option 1:
Ich gründe meine eigene Corp.
Pro: Erfahrung, Hintergrundwissen und Man-Power wäre vorhanden
Contra: Höherer Zeitaufwand für EVE bzw. für Verwaltung?

Option 2:
Ich suche mir eine neue Corp
Pro: Ein „gemachtes“ Nest, dass ich mit meiner Wärme noch gemütlicher machen kann. Ich müsste mich nur auf das Ankommen konzentrieren und habe vielleicht auch die Möglichkeit mich ins 0.0 oder Wurmloch zu orientieren.
Contra:

Option 3:
Ich bleibe in meiner alten Corp und warte ab, was passiert.
Pro: 0 – Aufwand…ich kümmer mich um gar nix und brauch mich auch für nichts zuständig fühlen
Contra: Zementhinterhof statt Sandbox. Auf Dauer werde ich mit dieser Lösug auch nicht glücklich.

Waargh…Hilfe! Was soll ich tun? Bestimmt gibt es jetzt einige Leser die mit dem Kopf schütteln, mich auslachen oder verwirrt fragen warum ich mir das überhaupt antue und ich nicht schon längst weg bin – ehrlich gesagt weiss ich die Antwort auch nicht. Vielleicht weil ich sowas wie Verantwortungsgefühl für diese Corp entwickelt habe.

Apropos Verantwortungsgefühl: Der CEO hat sich seit 2 Wochen weder im TS noch ingame blicken lassen und sitzt zZ auf 2,5 Milliarden noch nicht ausgezahlter Produktionsprämien….bin ich naiv? Werde ich verarscht? Es wird mal wieder Zeit die Carebaer Zähne auszufahren..

Bis dahin
(ein depressiver) Jezaja

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Ein Gedanke zu „Nahtod-Erfahrungen

  1. Hi Jez,

    das klingt ja wirklich nach einer emotionalen Zwickmühle. Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es ist, wenn man etwas Herzblut in eine Corp oder Gemeinschaft investiert hat und dann vor dem Punkt steht:

    – Trümmerhaufen aufbauen
    – Trümmerhaufen verlassen

    Bisher habe ich die Erfahrung gemacht, tu das was dein Herz dir sagt bzw. worauf du Lust hast.
    Mein Rat wäre, wenn du Zeit und Energy dafür hast, gründe eine eigene Corp. Falls nicht, such dir mit ein paar Membern ein neues Zuhause.

    EvE kostet dich Zeit, Geld und Nerven. Hauptsächlich ist es doch dafür da um Spaß zu machen. Ich weiß nicht ob der Spaß darin besteht RL-ähnlichen Problemen nachzugehen.

    Wenn deine aktuelle Corp, leider, in sich zusammenbricht (wegen Inaktivität und mangelndem Gruppengefühl) ist es an der Zeit etwas zu ändern.

    Ich hoffe du triffst eine Wahl, welche dich glücklich macht und weiter bringt.

    Beste Grüße
    Briares

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