Ein sicherer Raumhafen

Vor einigen Tagen hat ein Tweet von CCP Falcon eine kontroverse Diskussion entfacht, von dem ich eigentlich dachte, dass es in einer Gaming-Community 2018 kein Thema mehr ist. Zeit für einen kleinen Rundum-Schlag, denn mit ein wenige Recherche kommen noch ganz andere Abgründe im Universum von EVE Online zu Tage….

Im Vorfeld des EvE Online Fanfests gibt es verschiedene Treffen, die sich irgendwie thematisch um die Community drehen. Es gibt neben dem #tweetfleet-Treffen für Twittererer auch ein deutsches und französisches Player-Treffen und das legendäre Karaoke-Singen.
In diesem Jahr hat CCP Falcon, Senior Community Manager von CCP Games, folgenden Tweet veröffentlicht:

Hier plante CCP Falcon also ein Treffen für LGBT-Leute, die sich zu Bier und reichlich Geschichten rund um Laser und Raumschiffe treffen. Ganz normale…in 2018…in Europa. Doch dieser Tweet stieß auch auf Kritik aus der Community. Der Spieler Dirk McGirk griff den Tweet, entgegen der Absprache seiner Mit-Caster, in der OpenComs Show auf und empörte sich (ziemlich angetrunken) darüber, dass ein CCP-Mitarbeiter so eine Einladung/Aufruf über seinem offiziellen Twitter-Account machte. Es fielen unschöne Worte und angestachelt durch Beiträge im Chat eskalierte die Situation noch weiter. Dirk McGirks Standpunkt „solchen Leuten“ solle man keine Extra-Behandlung zukommen lassen, stand im Raum wie eine große dunkle Wolke.
Beide Seiten, Befürworter und Ablehner, stachelten sich gegenseitig auf, bis die Show dann schliesslich unterbrochen wurde und etwas später dann ohne Dirk McGirk und einigen anderen zuende geführt wurde.

„Schwul ist kein Synonym für Scheiße“

Homophobie ist auch im Gaming-Bereich noch immer weit verbreitet. Zumindest bei einigen Teilen der Spielerschaft ist die eigentliche Message der Unternehmen nicht immer angekommen. CCP bemüht sich dabei, wie die meisten Firmen, eine betont lockere und offene Arbeitsatmosphäre zu fördern, in der es nicht darauf ankommt wie jemand „tickt“, sondern welchen Beitrag er für die Firma leistet.

I consider myself very lucky that CCP is an incredibly open, tolerant and progressive company that gives fantastic support to members of staff from all walks of life.

— CCP Falcon

Während „wir“ im „aufgeklärten“ Westen mit diesem Thema mittlerweile sehr viel offener umgehen als noch vor 10 Jahren, erwartet Menschen mit homosexueller Orientierung in anderen Ländern die Inhaftierung, üble Folter oder sogar die Todesstrafe. Oder eben Mobbing, Ausgrenzung und Vorurteile.
Beliebtes Argument der Gegner dieser offenen Politik ist, dass Schwule und Lesben eben keine „Special-Snow-Flakes“ sind, die überall und immer eine Extra-Wurst bekommen dürfen, ( Zitat:“…weil sie es nicht Wert sind“).
Ganz meine Meinung (das außerhalb der Klammer). Sind sie auch nicht.
Wo aber Anfeindungen drohen, egal aus welchem Grund und auch wenn es nur schiefe Blicke sind, ist es eine besondere Verantwortung für Veranstalter (oder für uns alle???) einen geschützten Raum zu schaffen, damit sich Menschen uneingeschränkt entfalten können, Spaß haben und eben nicht auf das Geschlecht ihrer Bettpartner reduziert werden, sondern auf Gemeinsamkeiten – in diesem Fall : Internet spaceships.

Hürden in den Köpfen gibt es nach wie vor – in jedem noch so aufgeklärten Land. Ich glaube aber die EVE Community ist stark und vor allem erwachsen genug mit so einem Thema umzugehen. Für uns Spieler sollte es der größte Sieg sein, jede/n in unseren Reihen willkommen zu heißen, weil wir Gemeinsamkeiten sehen und nicht die Dinge, die uns unterscheiden.

Wo wir gerade dabei sind Minderheiten zu verteidigen: Immer wieder treffe ich in EVE auf eine Wortwahl, die mich persönlich ein wenig stört….

Drive-by Antisemitismus

Ein weiteres „Problem“ ist ein Phänomen, das es auch immer wieder in die Medien schafft. Auf deutschen Schulhöfen gehört „Du Jude“ mittlerweile zum festen Schimpfwortrepertoire wie „Alter“, „Bastard“ oder „Spast“. All das sind Ausdrücke, die wohl nicht bewusst diskriminierend eingesetzt werden, aber trotzdem für eine negative Herabwürdigung einer Person stehen. Auch das ist eine Form des Ausgrenzens. Ein guter Freund von mir hat das mal „Drive-By“-Antisemitismus genannt.
Wenn sich Corporations unter dem Namen „Shekel Squad“ formieren oder jemand ankündigt „I’m gonna jew around this weekend and make some ISK“ , dann ist das genau der gleiche latent-unterschwellige Rassimus, den wir auf den Schulhöfen hören. Nur dass diese Sprüche diesmal nicht von Kindern und Jugendlichen kommen, sondern von erwachsenen Spielern.
Wie man jetzt erwachsen definiert überlasse ich Euch.

Nazis im Weltraum

Zuletzt machen wir noch einen kleinen Ausflug in die Spieler-Bios. Dazu wollte ich irgendwann mal einen eigenen Blogpost schreiben, aber hier passt es gerade ganz gut rein.
Gelegentlich fallen mir (deutsche) Spieler auf, die doch recht eindeutige Sprüche in ihren Charakter-Bios stehen haben. Das reicht vom markigen SS-Spruch „Meine Ehre heißt Treue“ bis hin zur Ascii-Reichskriegsflagge oder sogar Hakenkreuz. Auch POSsen bzw. Zitadellen mit Namen wie „Wolfschanze“, „Obersalzberg“ oder „Front 88“ findet man an verschiedenen Stellen im Weltraum. Warum tragen diese Leute ihre offensichtliche politische Gesinnung in ein Spiel, dass tausende Spieler aus der ganzen Welt beherbergt.
Mich stört dabei besonders, dass es ja bewußte Provokationen sind, die hier in das Weltall hinausposaunt werden.

 

„tolerare“ heißt ertragen

All diese Dinge sind für einen „linksgrün-versifften Gutmenschen“ wie mich schwer auszuhalten.
Die Crux dabei ist: Wenn jemand stets die Meinungsfreiheit hochhält, dann muss man auch solche Dinge aushalten. Und das, weil es ja nicht nur Aussagen und Handlungen von deutschen Spielern sind, sondern von EVE Spielern rund um die Welt. EVE Spieler die anders aufgewachsen und sozialisiert worden sind, die eine andere Lebensrealität haben und die vielleicht auch einfach eine andere Meinung haben als ich selbst. Unser schönes, vermeintlich erstrebenswertes, westliches/europäisches Bild von Demokratie, freie sexueller Orientierung und verantwortungsvollem Umgang historischer Fakten findet nicht in allen Ländern oder Kulturen dasselbe Echo. Häufig auch nicht in unserer eigenen.
Eines Tages besteht vielleicht die Chance, dass dieser einzigartige Planet frei von Hass und Streitereien um Details ist und sich die Menschheit endlich wesentlich wichtigeren Dingen zuwendet. Bis dahin bleibt nur die Möglichkeit in den passenden Momenten einfach mal selber den Mund aufzumachen.

Was ist eure Meinung? Unnötiges Aufhebens um eine unendliche Diskussion? Habt Ihr vielleicht schonmal selber ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Fly safe!
Jezaja

* In diesem Blogpost habt Ihr die Möglichkeit auch anonyme Kommentare zu schreiben, wenn Ihr euren echten bzw. ingame-Namen nicht nennen wollt.
Bitte bleibt trotz dieser Möglichkeit fair und respektvoll.

———

Zum Weiterlesen:

What happened lastnight on the opencoms show? from Eve

Auch Apothne hat auf Crossing Zebras das Thema aufgegriffen und einen guten Beitrag zu diesem Thema geschrieben, dessen Titel ich mir „geliehen“ habe.

A Safe Space

 

14 Gedanken zu „Ein sicherer Raumhafen“

  1. Auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen aber: Wenn man eine benachteiligte Gruppierung ins Rampenlicht zieht, macht man damit nicht unbedingt die Welt besser. Man fördert damit eher die Aggressionen wie man wieder deutlich gesehen hat. Verstecken sollte sich aber auch niemand müssen, nur weil er eine andere Einstellung zu Religion, Sexualität, die Welt oder einfach nur Butter besser findet als Margarine.

    Gebe dir Recht, ich sehe viele Spieler allzu leicht mit Schimpf- und Fluchwörtern um sich werfen, bin überzeugt, das viele gar nicht wissen was sie da alles verbal produzieren. Es ist leicht zu Fluchen und Leute zu beleidigen (Vortrag: Die Anonymität des Internets hier einfügen), die Auswahl ist groß. Viel zu Leicht.

    Falls du dich noch an den Krieg mit TRI erinnerst, ich meine mich zu erinnern, die Keepstar von TRI wurde „TRIumvireichstag“ genannt. Das Verständnis grade für diesen Abschnitt in der Menschheitsgeschichte ist weltweit stark unterschiedlich ausgeprägt. Ein Modegeschäft irgendwo in Indonesien(?) namens A.Hitler ist da ebenfalls nur ein kleines Licht.

    Ich glaube nicht mehr daran, dass die Menschheit zueinander findet. Solange nicht irgendwelche Drifter auftauchen und unsere Existents bedrohen wird das nicht passieren. Dafür ist der Mensch von sich aus einfach zu sehr darauf fixiert sich abzugrenzen, sich besser zu stellen von anderen. Er möchte immer jemanden haben, der unter ihm steht in der Hackordnung, damit andere sehen können, dass er etwas besseres ist. Auf diesem Fundament kann ein – ich nenne es jetzt einfach mal beim Wort – Weltfrieden nicht entstehen.

    Hui, mein längster Kommentar ever…

    1. Juhuu!
      Ich liebe lange Kommentare 🙂 . Danke für Deinen!

      Ja, genau das muss man sich immer wieder klar machen. Was bei uns in Deutschland oder Europa nicht gerne gesehen oder sogar verboten ist, ist in anderen Ländern erlaubt oder hat einen ganz anderen Stellenwert. Hitler in Indien oder Indonesien zB….

  2. Huhu

    ich bin da voll bei dir, allerdings finde ich es auch unglücklich, wenn sich eine Minderheit einen Schutzraum suchen muss. Ich hätte sie lieber einfach mit dabei.

    LG Maru

  3. „Ich glaube aber die EVE Community ist stark und vor allem erwachsen genug mit so einem Thema umzugehen.“
    Ich glaube genau DAS ist das eigentliche Problem. Das Durchschnittsalter der EVE Spieler und dass wir eben keine „aufgeklärten, weltoffenen“ Millennials sind.
    In meiner Kindheit/Jugend kam gerade das Thema HIV/AIDS auf, täglich war es in den Nachrichten im TV und Radio und IMMER wurde Homosexualität und Drogenabhängigkeit als Risikogruppe mit erwähnt. Das hat sich so in mein Gehirn eingebrannt, dass ich diese Themen nicht getrennt betrachten kann und emotional immer etwas negatives entsteht, wenn es um das Thema Homosexualität geht, obwohl mir die Sexualität meiner Mitmenschen herzlich egal ist.
    Und gehe heute mal zum Blut spenden – was wirst du auf dem Fragebogen gefragt? Ob du homosexuell bist und innerhalb der letzten 12 Monate sexuelle Kontakte hattest. Also selbst da wird einem heute noch regelmäßig aufgezeigt, dass es „besser wäre“, nicht homosexuell zu sein.

    Allerdings erlebe ich bei der jüngeren Generation, also den heutigen Teenagern und jungen Erwachsenen, dass diese emotional „freier“ an die Thematik heran gehen (können) – ein Funke Hoffnung.

    Den Driveby Rassismus ignoriere ich in EVE vollständig. Es ist reine Provokation und – siehe Hilfe Chat – sobald man das Thema aufgreift bietet man ihm eine Bühne und macht andere darauf aufmerksam, die das nie zu Gesicht bekommen hätten. In einem Internetspiel halte ich ignorieren für die beste Variante, dort kannst du niemanden überzeugen oder zur Einsicht bringen. Im realen Umfeld und im persönlichen Gespräch sieht das schon anders aus.

    1. Genau über diesen Satz habe ich auch nachgedacht, nachdem ich ihn aufgeschrieben habe. Eigentlich wollte ich ihn dann wieder löschen oder zumindest umformulieren

      Bzgl. des Blutspendens bin ich der Meinung, dass dort eher allgemein gefragt wird. Dort wird ja auch nach Medikamenten, Sex-Tourismus gefragt. Ankreuzen – also outen – musst Du Dich ja auch nicht, selbst vor dem Arzt nicht. Erst beim anonymen Aufkleber entscheidest Du selbst, ob Du zu einer Risikogruppe gehörst oder nicht.
      Aber Du hast Recht. Ich habe auch gelernt, dass Drogenabhängige und Homosexuelle grundsätzliche alle HIV haben.
      Hoffen wir einfach auf „die Jungen“…. 😀

  4. Bei der ganzen Diskussion um freie Entfaltung und Toleranz wird mir leider das offensichtlichste bei dem Twitter-Post nicht beachtet. Alle sind so festgefahren, das bei Reizthemen alle sofort immer in gegensätzliche Extreme verfallen und nicht objektiv bleiben können…

    Mich hat der Twitter-Post auch gestört! Und zwar aus ganz simplen Gründen:

    Der Senior Community Manager eines Online Spiels möchte bei einem internationalen Player-Meeting ein Treffen veranstalten. Und zwar für eine kleine Schnittmenge der LGBT Scene innerhalb der Community. Es ist kein allgemeines Community Treffen sondern im ersten Post wird nur von LGBT gesprochen.

    Es ist und bleibt die einzige Einladung zu einem Treffen seitens eines Community Managers… Die restlichen Community Manager … die … Oh… Er ist der einzige Community Manager. Außer ihm ist nur noch CCP Guard im Community Team und der hat genug Arbeit mit der Organisation des Fanfests zu tun…

    Alle anderen Treffen dieses Jahr (sei es das Karaoke Treffen, das deutsche Community Treffen oder das französische, usw) sind alle von Spielern organisiert.

    Es ist mit seinen folgenden Posts nicht besser geworden: CCP steht voll und ganz hinter ihm, so schreibt er.
    Das ist auch OK… Aber wenn er im Namen von CCP nur ein LGBT ausruft und sonst nichts gemacht wird, dann ist es das Ausgrenzen aller Anderen!

    Ist soweit ja nicht tragisch: Die Stadt ist nicht so groß und im Rahmen des Pub-Crawls landen sowieso später vermutlich alle in der gleichen Kneipe und feiern alle zusammen… Aber die Community-Arbeit sieht dabei schon schräg aus.

    Dieser Fall zeigt, was seit Ende letzten Jahres schon bekannt ist: mit 2 Leuten im Community Team werden viele Themen zu kurz kommen.

    1. Das ist ein interessanter neuer Aspekt. Leider bin ich in diesem Jahr nicht auf dem Fanfest, aber beim Blick auf den Zeitplan ist mir auch aufgefallen, dass in diesem Jahr sehr viel mehr Spieler-Content transportiert wird, und CCP Personal eher punktuell in Aktion tritt.

      Zumindest sind auch bei den Spielerorganisierten treffen CCP-Leute mit dabei, was ich ganz gut finde. Vielleicht hätte so eine Aktion nicht soviel aufsehen gemacht, wenn sie von einem SpielerIn organisiert worden wäre.

  5. Ich nutze hier mal die Chance und schreibe was anonymes.

    Für mich sind alle drei Dinge seeeeeehr speziell. Warum wird extra für eine kleine Spielerschaft ein extra Event veranstaltet. Da hatte Dirk McGirk schon recht. Aber es ist ja mittlerweile grundsätzlich chic und hip, dass man mit einer Regenbohnefahne winkt und alles willkommen heißt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist wo es hingehört.

    Zum Antisemitisums:
    Da geht es doch auch nur um Empfindlichkeiten. Das gehört halt zum festen Sprachgebrauch dazu. Wenn Du damit nicht klarkommst musst Du weghören. Aber Du kannst den Leuten nicht verbieten bestimmte Worte zu sagen.

    Nazis:
    Manche Deutsche sind Stolz auf ihr Erbe. Ich glaube es liegt daran, dass es viele Kameraden gibt, die von der Bundeswehrzeit noch das militärische drinstecken haben. Und wenn man ein Statement setzen möchte soll man das auch tun dürfen.
    Bei „Gaypalace of Unicorns“ beschwert sich ja auch keiner. Vielleicht weil es sich da wieder um eine Minderheit handelt.

  6. Hallo Jezaja,

    Vorweg, es wäre schön, wenn alle friedlich und freundlich miteinander leben könnten. Aber das wird niemals passieren. Selbst wenn – wie oben geschrieben wurde – uns ein paar Drifter aufsuchen würden, danach wäre alles wieder beim alten. Leider.

    Jetzt zum Post von CCP. Mich stören weder Schwule, noch Lesben usw. Aber ich glaube, es ist immer diese „Extrawurst“ die diese „Gruppe“ gebraten bekommt. Damit erfolgt absichtlich oder nicht, eine Ungleichbehandlung. Und das ist genau der Grund, warum es dann zu solchen Streitigkeiten kommt. Warum betont bzw hebt man diese „Gruppe“ immer denn so? Kann man die nicht einfach wie jeden anderen Menschen behandeln. Jeder Mensch ist für sich besonders, aber wenn ich nur einige bestimmte bevorzuge, dann kommt es eben zu diesen menschlichen Reaktionen. Zumal ich davon ausgehe, dass die meisten Leute der LGBT-Szene ebenefalls keine solche Sonderstellung wünschen. Wie soll ein normales Miteinander entstehen, wenn man „unnormal“ handelt?

    Jetzt noch kurz zu den vermeintlichen Nazis. Wenn Spieler zu solchen Symbolen oder Namen usw. greifen, dann sind sie ja nicht zwangsläufig Nazis. Solche Dinge drücken etwas aus – z.B. dass man sich als besonderen Bösewicht sieht. Und seine „dunkle“ Seite im Spiel ausleben möchte. Was ja gut ist (und besser als dies auf der Straße zu tun). Wenn jemand einen Film dreht und dort solche Namen und Symbole nutzt, dann sind weder er noch die Schauspieler zwangsläufig Nazis. Am Ende sind es Symbole und Namen aus der (nicht rumreichen) Geschichte. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn mich jemand „Arschloch“ nennt, dann ist das eigentlich auch nur ein Wort, das bestimmt Reaktionen hervorrufen soll. Meistens tut es das, weil wir damit etwas verbinden – eine Beleidigung. Aber im Endeffekt ist es nur ein Wort und ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der diesem Körperteil auch nur im Ansatz ähnlich sah ^^. Alles eben nur was wir daraus machen.

    Ich glaube, wenn wir damit anfangen, niemanden besser oder besonders zu behandeln, wenn wir nicht jedes Wort oder Symbol bis ins Kleinste Detail analysieren und bewerten (da fällt mir auch die Zahl 666 ein, was für ein Blödsinn, es ist nur eine Zahl!) und wenn wir anfangen, uns selber nicht soooo wichtig zu nehmen, dann und nur dann, sind wir auf dem Weg, zu einem vielleicht friedlicherem und freundlicherem Miteinander.

    Schöne Grüße,
    Matthias

    1. Danke für Deinen ausführlichen Kommentar!
      Bis auf „die dunkle Seite ausleben und dabei rechte Bezeichnungen etc. benutzen ist ok“ finde ich Deine Argumente nachvollziehbar.

  7. Pingback: o7 – Widerstand gegen Nazi-Deutschland | Giantsecurecontainer.de – Jezaja's EVE Online Blog

  8. Auch wenn es spät ist, aber ich habe mich auf dem Fanfest lange mit einem Teilnehmer des LGBT meets und seinem Partner unterhalten. Wir haben all die Argumente ausgetauscht, die hier auch schon gefallen sind. Für mich sind EVE und Sexualität zwei so überlappende Dinge wie Feuer und Champignos … häää? … richtig, sie haben reingarnichts miteinander zu tun. Für mich kann jeder in seinem Schlafzimmer treiben was immer tun will, so lange sein gegenüber dabei auch happy ist. Mir völlig wurscht. Für mich zählt wie sich der Mensch in EVE gibt und nix anderes.

    Ich habe überhaupt nichts dagegen wenn sich die Gruppe die EVE spielt und sich gleichzeitig der LGBT-Szene zurechnet auf so einem Treffen mal persönlich kennenlernen möchte, aber wirklich was miteinander zu tun hat es eigentlich nicht.

    Was ich allerdings als störend empfunden habe, dass der einzige von CCP organisierte Player-pre-meetup ausgerechnet diesen nicht verbundenen Themen diente. Alle anderen Veranstaltungen die CCP sonst die Jahre organisiert hat, fielen leider aus. Und mal ehrlich, ist gibt es einen Unterschied ob jemand EVE schwul oder hetero spielt. Zwischenfrage wie spielt man EVE schwul …. ?!?
    Aber ob jemand fürs EVE spielen nur seine Muttersprache beherrscht oder auf Englisch zurückgreifen kann, das macht sehr wohl einen Unterschied im Spielstil.

    Daher habe ich die Aktion von CCP Falcon als gespürlos empfunden. Denn wenn man nur über so extrem beschnittene Ressourcen verfügt, dann sollte man in der Lage sein, besser zu priorisieren. Aber mei Menschen machen Fehler, insbesondere die, die sich nicht zurücklehnen und die anderen machen lassen, sondern selber kräftig ranklotzen …. insofern alles gut und Schwamm drüber

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