Die deutschen EVE-Podcasts

Wer die deutsche Community ein wenig beobachtet hat vielleicht gesehen das in den vergangenen Monaten sich vor allem im Bereich der Podcasts etwas getan hat. Ich habe mir die drei recht unterschiedlichen Formate mal angeschaut und meine ganz eigene Meinung gebildet…

Das Format „Podcast“ ist in der deutsche Community leider ziemlich eingeschlafen. Vor rund 6 Jahren sah die Landschaft noch anders aus. Namen wie Pychofan, Tolo, Nerewar Dwemor, Charlotte Otaared und Schmetterflug waren Namen, die ich in den jeweiligen Podcasts sehr gerne gehört habe und von denen ich auch viel für mein eigenes Spiel gelernt habe. Auch Mesh Marillion von Rooks&Kings hatte sich damals in einer Ausgabe probiert. Dann wurde es aber sehr still in diesem Bereich. Während Gramek den Podcast zwar noch im Namen seines Blogs führte, gab es von ihm leider nie irgendwelche Versuche ein Audio-Format zu erstellen – soweit ich weiss.

Mein eigener GiantSecureContainer-Blog hat vor einiger Zeit mal den GiantSecureContainer-Cast als Ableger bekommen. Ziel war es meine älteren verstaubten Blogpost wieder etwas nach oben zu kramen, sie neu anzumalen und als „Lesung“ in einer Art Hörbuchformat zu veröffentlichen. Mittlerweile sind 6 kurze Episoden online, 4 weitere liegen auf meiner Festplatte und warten nur darauf, dass ich endlich mal Zeit habe sie hochzuladen. Trotzdem ist es kein richtiger Podcast. Dafür habe ich einfach keine Zeit und frei reden kann ich eigentlich auch nicht so gut. Hier geht es zum Youtube-Channel.

Umso erfreuter war ich, als zu Beginn des Jahres plötzlich Bewegung in die Sache kam und tatsächlich mal wieder (Baby-) Schritte auf dem deutschen EVE-Podcast-Markt gemacht wurden.

www.eve-podcast.com

Der Spieler Amon Shi veröffentlichte im Januar 2017 seinen Podcast und diskutierte dort aktuelle 0.0 Ereignisse sowie politische Entwicklungen und neue Spielmechaniken innerhalb von EVE. Insgesamt ein sehr spannendes Konzept, das theoretisch mit den erfolgreichen internationalen EVE-Podcasts hätte mithalten können….wenn nicht nach der zweiten Folge schon Schluss gewesen wäre.

Persönliches Fazit:Schade!

Amon Shi hat uns ein großartiges Themenkonzept präsentiert und definitiv einen Podcast für Spieler gemacht, die auch auf der Meta-Ebene mehr über EVE erfahren wollen. Ein ambitioniertes Projekt, das aber vielleicht von Anfang zum Scheitern verurteilt war, weil sich der Podcaster, der schon seit 2006 EVE spielt, zu sehr auf die Frage „Was wollt ihr hören?“ konzentriert hat, anstatt erstmal als Testballon seine eigenen Inhalte/Interessen zu präsentieren – und wenn es nur Veteranen-Geschichten aus dem 0.0 gewesen wären. Warum plötzlich keine Podcasts mehr kommen weiß ich nicht; aus New Eden gibt es immer etwas zu berichten. Ich hoffe dem Podcaster ist im RL nichts geschehen. Sehr Schade! Mach weiter!

Schaltplan des „Volksempfängers“ – das erste Radio das in D in der Massenfertigung produziert wurde (c) wiki

www.evepodcast.de

Fast zeitgleich und mit deutlich mehr Getöse im Forum und auf Twitter entstand ein Podcast „von zwei Typen, die mal EVE spielen wollten“. Diesen Eindruck hat es zumindest auf mich gemacht.
Während die beiden Autoren Ariel Goldstein und Ypoc Auscent zunächst ein großes Geheimnis um ihre Identität machten, behandelten sie EVE aus der Anfängersicht. Ich persönlich glaube aber, dass zumindest einer der Beiden schon länger EVE spielt.
Positiv war es, hier zwei Stimmen zuhören, die sich unterhielten und gegenseitig austauschten. Ein bisschen kam das Feeling der guten alten Podcast-Formate auf, aber dann auch wieder nicht. Auch die Musik Auswahl war bisher recht interessant.
Auch um diesen Podcast ist es ziemlich ruhig geworden. Während die Juli Ausgabe scheinbar komplett fehlte (Ferien?), gab es dann Anfang August eine neue Folge, die nur noch einen der ursprünglichen Autoren hatte, der dann aber ein Interview zum Wurmlochraum mit Blogger Greybill führte, was recht interessant war.

Persönliches Fazit: Hat mich nicht überzeugt…

Insgesamt ist dieser Podcast mir persönlich zu „wischi-waschi“, fast sogar unsympathisch und einfach nur nervig. Autoren die Anfangs ihre Namen nicht preisgeben wollten, dann einen blöden Rate-Wettbewerb daraus gemacht haben, mit Alt-Accounts im Forum posten und sich gefühlt alle 5 Minuten eine Zigarette anzünden oder gleich den Eindruck machen als seien sie bekifft (z.B. Folge 8), sind mir einfach suspekt. Mir gefallen an diesem Podcast vor allem die „Lebensgeräuschen“ der Protagonisten nicht. Auch die letzte Folge, die tooootal gechillt war, war nicht so mein Ding.
Wenig überzeugend ist meiner Meinung nach auch die fehlende Themenübersicht. Zwar ist jeder Podcast mit einem entsprechenden Text angeteasert, aber eine kurze Inhaltsangabe der wichtigsten Themen fehlt, vor allem dann, wenn die Folge eine Stunde lang geht, was ich persönlich zu lang finde. Aber wie gesagt, das ist ein sehr persönlicher Eindruck. Das Setting einer gemütlichen WG-Runde kommt ganz gut rüber, ist aber nicht so ganz mein Ding. Schreibt eure Eindrücke in die Kommentare!

New Eden Podcast

Der dritte deutschsprachige Podcast, der in diesem Jahr gestartet ist, ist nun seit rund einer Wochen der „New Eden Podcast“ von Ciri Bliss. Auch er ist ein EVE Online Anfänger, der von seinen Erlebnissen berichtet. Momentan such er noch eine zweite Person, die mit ihm zusammen den Podcast macht. Meldet Euch doch einfach hier in den Kommentaren, ich stelle gerne den Kontakt her!

Persönliches Fazit: Da geht mehr!

So ganz viel kann man zum neuen New Eden Podcast leider noch nicht sagen. Dafür gibt es momentan zuwenige Folgen. Sehr positiv fällt mir auf, das in diesem Podcast einfach „straight“ geredet wird, ohne großartig vom Wege abzuschweifen. Gleich die zweite Ausgabe ist dann auch schon mit Sidekick und Hintergrundmusik und klingt schon professioneller als die erste Ausgabe. Besonders die EVE Hintergrundmusik gefällt mir, obwohl sie an einigen Stellen etwas zu laut eingemischt ist. Aber diesen Fehler habe ich bei der Erstellung des GSC-Casts auch gemacht. Etwas unglücklich finde ich das Bestreben schon gleich zu Anfang eine ISK-Starter Kampagne laufen zu lassen und zu versuchen den Podcast auf diese Weise zu monetarisieren. Ich bin gespannt, wie es mit diesem Podcast weitergeht, weil er momentan der „sympathischste“ für mich ist.

Ich freue mich total, dass ein fast totgeglaubtes Format scheinbar wieder interessant wird und aufersteht.
Ich wünsche mir von allen Podcastern wirkliche Kontinuität. Sobald diese Kontinuität hergestellt ist wird auch CCP Eure Podcast „honorieren“ und der eine oder andere CCP Mitarbeiter sicher mal ein Interview geben. Vielleicht erreichen sie auch irgendwann die Qualität (und vorallem Folgennummer) von „Declarations of War“ oder „Hydrostatic“? Ich würde mich darüber sehr freuen!

Welche Wünsche habt Ihr an die neuen Podcaster? Welche Podcasts gefallen Euch (nicht)? Schreibt es in die Kommentare!

Fly safe

Jezaja

 

Mehr Eve Online Podcasts findet Ihr auf: http://new.evepodcasts.com/

 

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8 Gedanken zu „Die deutschen EVE-Podcasts

  1. EVE ist da kein leichtes Themenfeld.
    Klar könntest Du als hohes Tier des Gallente Militärs einen täglichen 5 Minuten Podcast machen und über den aktuellen spannenden Kriegsverlauf berichten. Good Morning Vietnam!
    Problem wird sein, dass es am Ende gar nicht so spannend ist.

    Interessieren würde mich das Thema Industrie – von Produktion bis hin zum Handel. Aber entweder man macht einen Wischi-Waschi-Podcast und erzählt jede Folge „T2 Produktion KANN hohe Gewinne bringen, WENN man die richtigen Produkte findet!“ – bringt keinem Zuhörer was – oder man redet Klartext und erklärt, wie die Produktion(skette) für einen Stealthbomber gewinnoptimiert werden kann – und zerstört somit den Markt. Und so sind regelmäßige Programme wie EVE Prosper oder Delonewolf dann eben „wischi-waschi“ und nach der dritten Folge mit „Tritanium sollte hinsichtlich der Ereignisse der letzten Tage doch deutlich im Preis anziehen oder massiv an Wert verlieren, wenn es keinen Seitwärtstrend gibt.“ wird es langweilig.

    Bleibt eigentlich nur die Politik und/oder Meta Ebene. Sich hier zu vernetzen, Informationen zu sammeln, Gesprächspartner zu finden, up-to-date zu bleiben ist doch recht zeitaufwändig. Hören sich am Ende dann ganze 7 Leute den Podcast an wäre das für mich auch sehr demotivierend, weiterhin mehrere Stunden pro Woche zu investieren.
    Und am Ende erzählt man doch nichts neues, weil alles schon auf Reddit in hunderten Beiträgen ausdiskutiert wurde.

    Wie gesagt, ich finde EVE ist ein sehr schwieriges Spiel um darüber zu bloggen, podcasten, vlogen, streamen, was-auch-immer.

    • Also kann dir sagen das es nach meiner Erfahrung und ohne hier jetzt zahlen zu nennen doch sehr die Leute intressiert, aber man muss halt wissen was man für einen Anspruch hat. Ein Podcast ist Unterhaltung und so sehe ich es auch an. Natürlich kann man auch ne Serie gucken oder eben beim minern nen Podcast über das hören was man ja spielt. Geschichten und so gibt es genug in eve die noch nicht erzählt wurden

    • Ja, gut. Aber auch solche Informationen sind vielleicht utnerhaltend, wenn man es gut verpacken kann. Die täglichen ISK Preise für Tritanium überspringe ich bei Delonewolf eigentlich auch immer. Interessanter sind da wirklich die eigenen Erlebnisse die er manchmal erzählt. Die Mischung machts 🙂

  2. Die erste Folge habe ich auch nach einer durchgemachten Nacht um halb 6 morgens aufgenommen xD
    Danke das du uns sympathisch findest und im Moment kann ich sagen das basti wohl immer wieder mal dabei sein wird und ich sonst an Gästen bzw Partnern arbeite.
    Das „straight“ ans Thema finde ich irgendwie lustig als Aussage, da ich mir zwar ne themen Übersicht mache aber dann spontan entscheide wann wie was.
    Es wird auch mal einfach Themenfolgen geben, schau halt wie ich Gäste bekomme bzw auf was ich /wir bock haben.
    Aber sind grade extrem motiviert weiter zu machen und ein CCP Mitarbeiter zu kriegen wäre Natürlich Bombe

  3. Mich stört eigentlich nur, dass es vier (oder sogar noch mehr?) Podcasts gibt statt nur einen. Hätte meines Erachtens Vorteile für das Publikum, indem es dann eine zentrale Anlaufstelle gäbe, und es wäre evtl. auch für die „Podcaster“ vorteilhaft, weil sie sich dann gegenseitig abwechseln können und weniger unter Druck stehen zu „liefern“, um den Podcast am Leben und die Beachtung des Publikums aufrecht zu halten.

    Gilt für mich auch teilweise für die Bloggerszene. Ich finde sie zu zersplittert. Eine größere Bloggerseite, in der sich die Blogger lose abwechseln können und die auch Platz für Gelegenheitsblogger bietet, fände ich sehr interessant. Crossing Zebras ist für mich ein Vorbild in der Hinsicht.

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